Die folgenden Seiten dokumentieren den Verlauf des FürundWider zur Synthetischen Biologie. Die Webseite wird nicht mehr aktualisiert.

Seit Mai 2010 wächst im Labor des Molekularbiologen Craig Venter in Rockville, Maryland, der erste lebensfähige Organismus mit einem Erbgut aus Menschenhand: „Mycoplasma mycoides JCVIsyn1.0“ lebt mit maschinell, also synthetisch produzierter DNA. Die FAZ nannte das menschengemachte Bakterium, das aufgrund eines Markierungsgens blau gefärbt ist, durchaus doppeldeutig ein „blaues Wunder“. Macht dieser technische Fortschritt – das gezielte, ingenieurswissenschaftliche Design von Genen, Stoffwechselprozessen und ganzen Organismen – tatsächlich Wundervolles möglich?

Dass also Designer-Bakterien bald Energie aus Abfällen produzieren, dass Hefepilze pflanzliche Arzneistoffe herstellen oder speziell getunte Bakterien Krebszellen wie Spürhunde finden und zerstören können? Oder wird die Menschheit ein blaues Wunder erleben, weil synthetische Organismen, die aus Legostein-artigen Einzelteilen zusammengeschustert werden, unabsehbare Risiken für Mensch und Umwelt bergen, wenn sie aus den Labors dieser neuen Disziplin, der „Synthetischen Biologie“, entkommen.

So jung und oftmals nur visionär die Synthetische Biologie auch noch sein mag, die Debatte um die nützlichen Optionen und nötigen Grenzen dieses Technologiekonzeptes in der Gesellschaft ist bereits entbrannt. Unterstützt von der acatech und der Wissenschaftspressekonferenz e.V. präsentiert FürundWider mit Hilfe webbasierter Visualisierungstechniken hier erstmals einen Überblick über die relevanten Argumente für und gegen die Nutzung synthetischer Organismen, verweist auf wichtige Quellen und bildet Wortführer und Interessengruppen ab. Doch dabei soll es nicht bleiben. FürundWider lädt alle Interessierten – Bürger, Politiker, Journalisten, Philosophen, Wirtschafts- und Kirchenvertreter – zur Online-Debatte um die Synthetische Biologie ein.

Eine Jury bestehend aus dem Philosophen Dr. Joachim Boldt, Dr. Jan Eufinger (Scientific Project Manager der von Professor Roland Eils geleiteten Forschungsgruppe “Integrative Bioinformatics and Systems Biology” in Heidelberg), dem Wissenschaftsjournalisten Volker Stollorz, dem Biotech-Kritiker Dr. Christoph Then und Professor Ralf Wagner von der Firma Geneart bürgt für die ausgewogene Darstellung der verschiedenen Standpunkte.

Laufend aktualisierte Argumentationskarten, die auf dieser Seite in den kommenden Wochen präsentiert werden, führen durch die einzelnen Themen. Kommentare von Lesern dieser Seite werden fortwährend in die Karten übertragen. Auf dieser Webseite stellen wir die Stationen der Debatte im einzelnen vor.

Die gesamte Diskussion gliedert sich wie folgt (Bild klicken, um größere Ansicht in neuem Tab zu öffnen). Bereiche, die mit den Argumentationskarten abgedeckt wurden, sind grün markiert, alle übrigen Bereiche weiß.

 

Die Diskussion verteilt sich auf unterschiedliche Argumentationskarten und Unterkarten (Bild klicken, um zur interaktiven = “klickbaren” Version zu gelangen).

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